Bei der Newcastle-Krankheit sind milde Verläufe ebenso möglich wie der plötzliche Tod mit 100-prozentiger Mortalität der Herde. Foto: ZDG

| Markus Wolf

Weitere Ausbrüche der Newcastle-Krankheit

Die Infektionswelle rund um die für Geflügel gefährliche Tierseuche flacht nicht ab. Neue Nachweise in Brandenburg.

Brandenburg hat im Landkreis Dahme-Spreewald zwei weitere Ausbrüche der Newcastle-Krankheit bestätigt, darunter ein Masthähnchenbetrieb mit 120.000 und ein Kleinbetrieb mit 30 Tieren. Damit steigt die Zahl der Ausbrüche im Zuge der ersten Krankheitswelle seit 1996 auf 16. Im Landkreis Spree-Neiße wurde zudem auf einem bereits betroffenen Betrieb in weiteren Stallanlagen mit insgesamt 76.000 Tieren auf dem Gelände ebenfalls die Newcastle-Krankheit festgestellt, wie das zuständige Agrarressort in Potsdam am Mittwoch (1. April) mitteilte.

Die Behörden haben Maßnahmen zum Schutz vor einer Weiterverbreitung des Erregers eingeleitet. Dazu gehören die Tötung der Tiere und die Einrichtung einer Schutzzone im Radius von mindestens 3 km und einer Überwachungszone im Radius von mindestens 10 km um den Ausbruchsbestand. Die betroffenen Geflügelhalter werden über die erforderlichen Maßnahmen durch die Landkreise informiert.

Wichtig bleibt eine gesteigerte Aufmerksamkeit: So sollte auch in geimpften Herden bei Auftreten von unklaren Todesfällen oder Leistungseinbrüchen eine Laboruntersuchung auf die Newcastle Krankheit eingeleitet werden, um einen Ausbruch so früh wie möglich zu erkennen und eindämmen zu können.
 

Hintergrund
Der Erreger der Newcastle-Krankheit (aviäres Paramyxovirus) ist weltweit verbreitet. Fast alle Vogelarten können infiziert werden. In Deutschland wird das Virus vor allem bei wild lebenden Tauben nachgewiesen. Die Schwere der hervorgerufenen Erkrankung hängt von der Pathogenität des Virusstammes, der Wirtspezies sowie von der Immunkompetenz der betroffenen Tiere ab. Beim Haushuhn kann die Erkrankung – in Abhängigkeit vom Virusstamm – von sehr milden Verläufen bis zum plötzlichen Tod mit 100-prozentiger Mortalität der Herde variieren. Für Menschen ist das Virus ungefährlich. Bei sehr engem Kontakt mit erkrankten Tieren kann es zu Bindehautentzündungen kommen. Weitere Informationen zur Newcastle Disease hat das Friedrich Loeffler-Institut auf seiner Internetseite zusammengestellt.