Die hohen Produktionskosten bekommen Farmer in Australien zu spüren. Foto: Archiv

| Daphne Huber

Farmer bauen wenigen Weizen an

Die hohen Düngerpreise verfehlen ihre Wirkung nicht. Hinzu kommt das Wetterphänomen El Niño.

Die australische Forschungs- und Analystenbehörde Abares hat in seinem aktuellen Crop Outlook die bevorstehende Weizenernte 2026/27 auf rund 27 Mio. t geschätzt. Mit 26,7 Mio. t Weizen wären es 9 Mio. t weniger als 2025/26. Ferner schätzt Abares, dass die Anbaufläche von Weizen um 12 Prozent auf 11 Mio. ha sinken könnte. Das wäre der niedrigste Stand seit der Saison 2019/20. Aktuell neigt sich auf dem Kontinent die Weizenaussaat dem Ende zu, die Ernte steht zum Jahresende an. 

Die Behörde geht davon aus, dass die Farmer in Australien wegen der hohen Kosten für Düngemittel und der Trockenheit zur Aussaat weniger Weizen säen. Zudem sind die Düngemittelkosten in die Höhe geschossen, seit der Krieg im Iran die Lieferungen aus den Golfstaaten unterbrochen hat. Dieser Rückgang der Anbauflächen zusammen mit geringeren Erträgen dürften zu der geringeren Erntemenge führen. 

Top-Exporteur weltweit

Australien hatte in den vergangenen Jahren große Ernten eingefahren und gehört zu den Top-Exporteuren weltweit. Erntet Down Under weniger könnte dies die Weltweizenbilanz durcheinanderwirbeln, denn auch in den USA erwartet das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) eine kleinere Weizenproduktion. Damit geht weltweit das Angebot von Weizen zurück und könnte zu einem Aufschwung der Preise führen. 

Hohe Düngerpreise dürften die die Landwirte wahrscheinlich dazu veranlassen, weniger zu düngen, was das Ertragspotenzial verringert, heißt es im Crop Outlook. Reichlich Regen im Mai verbesserten zwar die Erntebedingungen, doch der Wetterdienst des Landes prognostiziert für die kommenden Monate das Wetterphänomen El-Niño und Niederschlagsmengen unter dem Durchschnitt.

Der Anbau von Gerste – die weniger Dünger benötigt als Weizen – soll gegenüber 2025/26 in diesem Jahr um 4 Prozent auf 5 Mio. ha steigen. Doch könnte die Gersten-Produktion am Ende um 15 Prozent gegenüber Vorjahr auf 14 Mio. t fallen, teilt Abares mit.