Nach Ansicht des USDA droht am Weltmilchmarkt 2026 keine Milchschwemme. Foto: Countrypixel - stock.adobe.com

| Markus Wolf

Weniger Rohstoff in der EU

In den großen Exportländern nimmt die Erzeugung auch 2026 nur langsam zu. Die Prognose für die USA sieht eine Aufstockung der Milchviehbestände vor.

Die Milchproduktion der wichtigsten Exporteure von Milchprodukten steigt der aktuellen Prognose zufolge im Jahr 2026 um etwa 1 (Vorjahr: 3) auf gut 293 Mio. t. Zu den bedeutendsten Exportländern gehören neben der EU auch die USA, Neuseeland, Argentinien und Australien. Den prognostizierten Zuwächsen in den USA (plus 1 Prozent auf 106 Mio. t), Australien (plus 2 Prozent auf 8,7 Mio. t) und Argentinien (plus 4 Prozent auf 12 Mio. t) stehen Rückgänge in der EU und Neuseeland (jeweils minus 0,5 Prozent auf 145 beziehungsweise 22 Mio. t) gegenüber.

Produktionsminus in der EU

Für die EU unterstellt die US-Behörde einen fortgesetzten Abbau des Kuhbestands. Der Schwund soll sich aber aufgrund der gestiegenen Rentabilität der Milchproduktion verlangsamen. Diese Erwartung beruht auf den bis September 2025 deutlich über den Vorjahreswerten liegenden Auszahlungspreisen der Molkereien in der EU. Allerdings näherte sich die mittlere EU-Notierung im Oktober dem Vorjahreswert an und fiel im November deutlich dahinter zurück.

Trotz bis zuletzt verbesserter Margen wird erwartet, dass der anhaltende Druck auf den Milchsektor durch Umweltauflagen und Krankheitsausbrüchen zu einer Konsolidierung der Branche führt. Umweltvorschriften – wie die landwirtschaftliche CO₂-Steuer in Dänemark und die Umweltschutzbestimmungen in Deutschland – haben zu einer Reduzierung der Bestände beigetragen. Zudem besteht immer die Gefahr von Tierseuchenausbrüchen. 2025 sorgte das Blauzungenvirus (BTV) und die Lumpy-Skin-Krankheit (LSD) regional zu einem vorübergehenden Rückgang der Milchleistung, Fruchtbarkeitsproblemen und erhöhten Sterblichkeitsraten.

Bestandsaufbau in den USA

Für das eigene Land rechnen die Analysten mit einer fortgesetzten Aufstockung der Kuhzahlen. Angetrieben wird diese Entwicklung durch steigende Verarbeitungskapazitäten der Molkereien. Die wachsende Käseproduktion treibt die Nachfrage nach Milch an, während hohe Exporte die Nachfrage nach Milchprodukten zusätzlich stützen.

Für Argentinien legt die kürzlich vorgelegte USDA-Prognose für 2026 gute Weidebedingungen und niedrige Futtermittelpreise zugrunde. Die Produktion soll die bisherigen Rekordwerte übertreffen, die vor der Dürre und den hohen Betriebskosten im Jahr 2024 erreicht wurden. In Australien unterstützen stabile Auszahlungspreise für Milch und relativ niedrige Futtermittelkosten die Erholung der Herden.