In Britz wird wöchentlich etwa 200 t atmos- und vakuumverpackte Ware hergestellt, vorrangig Brühwurst. Foto: Tönnies

| Charlotte Lea Bromm

Werkschließung beim Wurst-Riesen

Die Zur Mühlen Gruppe macht bis Februar die Produktionsstätte in Britz dicht. Die Marke Eberswalder soll weiterbestehen.

EWN Wurstspezialitäten stellt die Produktion am Brandenburgischen Standort Britz im Landkreis Barnim bis zum 28. Februar 2026 ein. Das teilte der Hersteller der bekannten Marke Eberswalder am Dienstag (6. Januar) mit. Die Marke Eberswalder soll weiterbestehen. Die Produktion wird an andere, vorwiegend ostdeutsche, Standorte verlagert.

Das Unternehmen begründet die Schließung mit fehlenden wirtschaftlichen Perspektiven. „Leider mussten wir feststellen, dass es unter den gegebenen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen keine realistische Perspektive gibt“, so ein Sprecher. In Britz wären laut Unternehmensführung Investitionen in Kälteanlagen und andere Modernisierungen notwendig gewesen. Die Kosten hätten sich auch aufgrund von Preissteigerungen und zusätzlicher Auflagen auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag belaufen.

Das Werk der EWN Wurstspezialitäten GmbH & Co. KG in Britz gehört zur Zur-Mühlen-Gruppe. Diese ist wiederum der Premium Food Group untergeordnet, die früher unter dem Namen Tönnies firmierte. Der Standort Britz war erst 2023 von der Zur Mühlen Gruppe übernommen worden.

500 Mitarbeiter sind betroffen. Unternehmensführung und Betriebsrat hätten sich auf einen Interessenausgleich und einen Sozialplan für alle Beschäftigten geeinigt. Dazu gehören individuelle Beratungsangebote, Unterstützung bei der beruflichen Neuorientierung sowie die Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit und anderen Unternehmen in der Region. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) äußert harsche Kritik am Vorhaben. Es handele sich um "rücksichtslose Rendite- und Marktbereinigungspolitik des Fleisch-Milliardärs auf dem Rücken der Beschäftigten", so die NGG.