Australiens Weizenproduktion fällt im Wirtschaftsjahr 2026/27 gegenüber dem Vorjahresergebnis um 7 auf 29 Mio. t - und damit in etwa auf den zehnjährigen Mittelwert - zurück. Dieser Annahme legt der US-Agrarattaché in Canberra eine leicht schrumpfende Erntefläche (-0,6 auf 11,8 Mio. ha) zugrunde sowie einen erwarteten Ertragsrückgang auf einen Wert leicht über dem langjährigen Durchschnitt (-0,4 auf unter 2,5 t/ha). Obwohl die Saison in den meisten wichtigen Anbauregionen günstig begonnen habe, stellten Unsicherheiten hinsichtlich der Niederschläge während der Vegetationsperiode und die mögliche Entwicklung von El‑Niño‑Bedingungen Abwärtsrisiken dar, so der Marktbeobachter in einem aktuellen Bericht. Australiens Weizenexporte für das im Oktober startende Vermarktungsjahr schätzt er auf 23,5 (Vorjahr: 26) Mio. t.
Hohe Stickstoffpreise forcieren Gerstenanbau
Die Gerstenproduktion bleibt trotz des unterstellten Ernterückgangs von fast 3 Mio. t überdurchschnittlich groß. Die für die Ernte 2026/27 erwarteten 13,6 Mio. t übersteigen den 10-Jahres-Durchschnitt noch um 9 Prozent. Das prognostizierte Ertragsminus zum Vorjahr (minus 0,7 auf 2,7 t/ha) wird durch ein merkliches Flächenplus um 0,3 auf 5 Mio. ha als Reaktion auf die gestiegenen Kosten für Stickstoffdünger zum Teil wieder aufgefangen. Das Exportpotential liegt bei 7 Mio. t und fällt gegenüber dem für 2025/26 erwarteten Rekordwert von 10 Mio. t deutlich ab.
Asien Hauptregion für Weizen
Unter den etwa 50 Käuferländern von australischem Weizen sticht Indonesien heraus. Das Land hat sich in den vergangenen Jahren zum wichtigsten Einzelmarkt gemausert, der heute etwa ein Fünftel aller Weizenausfuhren aufnimmt. Weitere 16 Prozent gingen in den beiden vergangenen Wirtschaftsjahren auf die Philippinen. Daneben sind China, Thailand, Vietnam Südkorea und Japan relevante Abnehmer für Weizen aus Australien.
Die Weizenexporte aus Down Under schwanken über die Jahre stark. In den vergangenen fünf Wirtschaftsjahren waren zwischen 4 und 20 Mio. t drin. Mit den für 2025/26 erwarteten Verkäufen von 20 Mio. t (Marktanteil: 9 Prozent) belegt Australien in der Liste der größten Exporteure Rang 5.
China kauft die Gerste
Bei der Gerste ist Australien mit einem Anteil am Welthandel von etwa 25 Prozent der bedeutendste Anbieter. Den größten Teil seiner Gerstenexporte verschifft Australien nach China. In den zurückliegenden drei Jahren schwankte die Marktbedeutung Chinas zwischen 70 und 80 Prozent. Als weitere Abnehmer sind vor allem Japan und Saudi-Arabien zu nennen, die zusammen für weitere 10 bis 12 Prozent aller Gerstenverkäufe Australiens stehen. Die Ausfuhren von Gerste schwanken über die Jahre deutlich weniger als beim Weizen: Seit 2020 summierten sich die Verkäufe jeweils auf 7 bis gut 8 Mio. t. Für 2025/26 stellt der US-Agrarattaché rekordhohe 10 Mio. t in Aussicht.
