Die Wasserstrategie ist Teil einer Zukunftsstrategie, mit der die Landesregierung den zunehmenden Herausforderungen (von Niedrigwasser und Starkregen über Hochwasser- und Daseinsvorsorge bis hin zu Energiewende, Strukturwandel und grenzüberschreitender Kooperation) begegnen will. Ein Schwerpunkt liegt auf der Stärkung der Resilienz von Gewässern und Wasserhaushalt: Durch ein besseres Grundwasser- und Niedrigwassermanagement, den Schutz gesunder Böden als Wasserspeicher, blau-grüne Infrastruktur in Städten und strukturreiche Flüsse als Lebensräume. Gleichzeitig soll die Wasserqualität weiter verbessert werden, indem Schadstoffeinträge konsequent reduziert werden.
Als geplante Maßnahmen führt das Landwirtschaftsministerium drei Beispiele an:
- Systematisches Wassermanagement mit Talsperren: Die Talsperren sollen künftig nicht nur als reine Trink- oder Hochwasserspeicher genutzt werden, sondern in ein Gesamtsystem eingebunden werden, das Grundwasservorräte stabilisiert und während längerer Trockenperioden Menschen und Ökosysteme zuverlässig versorgt.
- Verbindung von Hochwasserschutz mit Ökologie: Naturnahe Maßnahmen wie Auenrenaturierungen, Uferrandstreifen oder die Wiederanbindung von Überschwemmungsflächen ermöglichen es den Flüssen, bei Hochwasser mehr Wasser aufzunehmen und kontrolliert abzugeben. Gleichzeitig fördern sie die biologische Vielfalt, verbessern die Wasserqualität und stabilisieren die Gewässerökologie.
- Gezielte Verringerung von Schadstoffbelastungen: Neben klassischen Chemikalien rücken Spuren- und Mikroschadstoffe (Rückstände von Arzneimitteln, Industrie- und Alltagschemikalien, die über Abwasser, Landwirtschaft oder Regenabflüsse ins Wasser gelangen) in den Fokus. Auch antibiotikaresistente Keime in Kläranlagen und Gewässern werden ausdrücklich benannt. Diese Belastungen sollen besser erfasst und reduziert werden.
Die Zukunftsstrategie Wasser ist als lernender Prozess angelegt. Ziele und Maßnahmen sollen regelmäßig überprüft und weiterentwickelt werden. Dabei setzt das Land auf eine stärkere Vernetzung der Akteure – innerhalb von Nordrhein-Westfalen, mit Nachbarländern und zwischen Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden.
